Richtig starten mit Social Media

Social Media werden von Merriam-Webster definiert als "Formen der elektronischen Kommunikation (z.B. via  Websites für Social Networking und Microblogging), durch die Benutzer Online-Communities erstellen und erreichen können, um Informationen, Ideen, persönliche Nachrichten und andere Inhalte zu teilen (wie Videos).

Ein Teil dieser Definition lässt uns aufhorchen: "... Online-Communities zu schaffen, um Informationen, Ideen, persönliche Mitteilung und andere Inhalte zu teilen ...".

Nun steht nirgendwo geschrieben, Social Media seien

einfach (zu verstehen oder zu handhaben). Auch steht da nirgends: Social Media liefern sofort Ergebnisse. Oder: Social Media sind das neue Marketing-Gold schlechthin, mag auch an anderer Stelle genau das vielfach marktschreierisch behauptet werden, um den Absatz von Einführungsvideos oder Schulungsbüchern zu befördern.

 

Nun, vielleicht verstehen auch Sie Social Media* hauptsächlich als Instrument (in Ihrem Marketing-Werkzeugkasten), das Ihnen zuallererst beim Aufbau Ihres Marketing-Plans helfen soll, oder dabei, Ihre Marketingziele zu erreichen, noch deutlicher: den Verkauf befördern.

Damit liegen Sie nicht völlig falsch. Nur: Kann man ein ganzes Haus, ein Bürogebäude, eine Fabrik, ein Grand Hotel oder gar einen Palast mit nur einem einzigen Werkzeug erbauen? Sicher nicht. Social Media, soviel steht fest, können also ein sehr mächtiges Werkzeug sein. Social Media können einem Unternehmen helfen, Beziehungen nicht nur mit Bestandskunden zu intensivieren, sondern auch potenzielle Kunden - gewissermaßen "magisch" - anzuziehen.

Nur: Viel zu viele Unternehmen hetzen in die Social Media-Welt ohne erkennbare Strategie. Und missachten, dass es zwar einerseits kompliziert werden kann. Andererseits muss man sich den Start in den Social Media-Kosmos selbst auch nicht zu schwer machen.

Diese Tipps helfen Ihnen hoffentlich ein bisschen weiter:

Hören Sie (mal) zu
Verstehen Sie soziale Netzwerke wie echte Networking-Events oder eine "Party" im richtigen Leben. Besuchen Sie ein Networking-Event und fangen sofort an zu sprechen, was Ihnen gerade im Kopf herumspukt - ganz ohne zu wissen, was eigentlich Thema der Veranstaltung hier ist? Warum also denken Sie, Sie sollten genau so etwas auf Twitter oder Facebook tun? Das allererste, was Sie tun sollten, wenn Sie sich einen Twitter- oder Facebook-Kanal anlegen, ist: Einfach nur zuhören! Hören Sie erst einmal, was andere über Sie und Ihre Marke zu sagen haben, bevor Sie in irgendeiner Weise reagieren.

Qualität vor Quantität
Wie bei einem echten Networking-Event gilt auch in Social Media dasselbe: Was denken Sie über einen Menschen, der einfach nicht aufhört, zu reden? Die Person, die einfach immer quatscht und quatscht, kann ja tatsächlich auch einmal etwas wirklich Relevantes zu sagen haben. Nur: Da haben die anderen schon aufgehört, zuzuhören. Sollten Sie also mal wieder bei einer Konferenz, einem Vortrag, einem Webinar oder einer Verkaufsveranstaltung dabei sein, testen Sie sich selbst und Ihre Wahrnehmung: Derjenige, der denkt, bevor er spricht, wird ganz anders wahrgenommen. Bei ihm hört plötzlich der ganze Saal zu. Weil jeder weiß: Bei diesem Menschen gibt es stets qualifizierte Information.

Persönlichkeit statt Promotion
Wann immer Sie jemanden bei einer Veranstaltung treffen, der Ihnen dauernd davon erzählt, wie toll er selbst ist, und wie großartig seine Firma - wie lange dauert es, bis Sie mit jemandem anderen sprechen möchten? Und um wieviel lieber sprechen Sie mit Menschen, die sich für Sie interessieren - und die eine interssante Information gerne weitergeben, kurz: etwas Wertvolles, Hilfreiches, Weiterführendes mitzuteilen haben?!
Mißbrauchen Sie Facebook, Twitter & Co. nicht für billige Reklame. Reklame langweilt. Schlimmer: sie nervt - und im Netz habe ich jede Möglichkeit, den Nervtötern zu entgehen. Nutzen Sie lieber den "Retweet-Knopf", den "Share-Button" (Weiterempfehl-Funktion), übrigens auch und nicht zuletzt bei interessanten Videos. Erzählen Sie auch mal einen Witz, aber nicht die alte Kamelle, die schon jeder kennt. Denken Sie immer daran: Nicht jeder Tweet muss von Ihnen und Ihrer Firma handeln (wie gräßlich!), sondern ..? Na, wovon? Von Ihren Kunden natürlich! Es geht: Um Ihre Kunden!

Konsistenz und Konsequenz
Wie verlängert man die Lebensdauer eines "Posts"? Wenn Sie berücksichtigen, dass die Sichtbarkeit Ihres aktuellen Tweets in der Timeline der beobachteten Followerprofile (und das gilt für Facebook analog) ungefähr bei zwei bis drei Minuten liegt, heißt das nicht, dass Sie jetzt alle drei Minuten etwas Neues posten sollten. Erinnern Sie sich an den Grundsatz "Qualität vor Quantität"? Also, widerstehen Sie dem Drang, permanent "herumzuzwitschern". Geben Sie lieber konsequent konsistente Information weiter, die weiterhilft. Dann wird Ihr Material auch geteilt und weiterverbreitet werde.

Nun kann ich Ihnen nicht versprechen, dass Sie bereits großen Erfolg haben, wenn Sie schon diese vier Tipps beachten. Allerdings kann ich Ihnen versprechen, dass Sie damit bereits einen großen Schritt in die richtige Richtung getan haben. Vergessen Sie nicht: Social Media sind nicht das einzige Werkzeug in Ihrem Marketing-Instrumentenkoffer. Richtig eingesetzt, können Sie allerdings ein sehr leistungsfähiges Werkzeug werden.

 

Frei übersetzt nach Deirdre Breakenridge / PURE PERFORMANCE COMMUNICATIONS. Den Originalartikel finden Sie hier.

____________________

*"Soziale Medien", wobei der deutsche Begriff einfach noch eine andere und, wie ich meine, zu verengende Konnotation "Sozial = Gerecht" mit sich bringt, deshalb bleibe ich lieber bei dem - aus meiner Sicht - neutraleren Anglizismus.